Die Fahrradtour am Jakobsweg im Juni 2008 mit Start in Leon
Hallo! Ich bin wieder zurück von meiner großen diesjährigen Radtour. Die
Reise führte nach Nordspanien.
391 Fahrradkilometer und unglaubliche 5231 Höhenmeter liegen hinter mir.
Auf der Fahrradtour ging es ständig hoch und runter und zwar nicht nur über Sieben Berge, sondern es
waren ständig irgendwo Dutzende Berge vorhanden. Der Höhenmesser
an meinem Fahrradtacho war auch nicht defekt. Es waren wirklich 5231
Höhenmeter; elektronisch aufgezeichnet und auch tatsächlich so gefühlt, denn
ich mußte oftmals das Fahrrad die Berge hochschieben. Naja, und wie
die Engländer zu sagen pflegen: Spain is never plain.
Auf die Idee für diese Fahrradreise in Spanien brachte uns
das
rechts oben aufgeführte Radwanderbuch vom Esterbauer-Verlag über den Radweg in
Nordspanien.
Die Anreise ist etwas schwierig.
Wir haben uns entschieden, per
Flugzeug über Madrid anzureisen und zuerst
Madrid zu besichtigen.
Wenn man nur knapp 3 Wochen Urlaub hat, muß man ernsthaft überlegen,
wo man in den Pilgerweg "einsteigen kann" und wie man dort
hingelangt. Madrid als 1.Etappenziel bietet sich natürlich an, da es in
dieser Metropole Allerlei zu besichtigen gibt. Zum Reisebericht Madrid einfach
hier Madrid
anklicken.
Tip für diese Tour: Man sollte unbedingt die
Ferienmonate im Juli und August meiden, da die Herbergen und Hotels sonst
eventuell zu voll sind. Radfahrer am Pilgerweg müssen außerdem an den
"Refugien" möglicherweise erst abwarten, ob noch Fußpilger dort
ankommen. Die Fußpilger
bekommen zuerst den Einlaß, danach erst die Radpilger!
Tip: Am besten im Juni diese Tour unternehmen. Kann ich wirklich empfehlen. Sollte der Geburtstag von Jakob auf einen Sonntag fallen, wird es ein
Heiliges Jahr. In Heiligen Jahren vervielfacht sich der Pilgerstrom!! Da
werden die Unterkunftsmöglichkeiten erst richtig knapp! Auch daran bitte
denken!
Was nahmen wir mit? Die Fahrräder nahmen wir aus Deutschland mit. Dazu kamen 2 große
Ortlieb-Taschen und ein Rucksack. In den Rucksack kamen das Radwanderbuch
und das Buch der spanischen Parks
und Gärten, da wir uns unterwegs ja
auch schöne Parks und
Grünanlagen anschauen wollten. Außerdem kam noch das dicke Buch
der Mittelmeerflora
vom Kompass-Verlag mit in die Ortlieb-Taschen. Das Buch war aber notwendig. Schließlich will man ja auch
erkennen, was so am Straßenrand wächst und blüht. Eine
gute Autokarte
(siehe rechts) nahmen wir auch mit. In die wasserdichten Ortliebtaschen kamen
die verschiedenen Bekleidungsstücke und Wäsche zum wechseln, Waschzeug,
Regenzeug sowie das Reparatur-Set hinein.
Der empfohlene Radweg vom
Bikeline-Tourenbuch ist nicht immer identisch
mit dem offiziellen Pilgerweg nach Santiago. Manchmal verläuft der Weg
parallel zum Fußweg, manchmal sind es die gleichen Wege und auf ein paar
Abschnitten verläuft der Weg ganz woanders.
Das Wetter im Juni 2008 war meist sonnig bzw. wolkig und trocken. Einen
ganzen Vormittag hatte es geregnet und einen ganzen Tag lang hielt sich
dichter Nebel. Das Wetter war also durchwachsen und eher als norddeutsch
als südländisch zu bezeichnen.
Unser tatsächlicher Weg wich auch einige Male von den normalen Routen
ab. Gerade dies waren dann auch manchmal die Wege, wo wir an den
Wegesrändern Orchideen fotografieren konnten. Es folgen hier ein paar
Fotos von der Osterragwurz und dem Zungenstendel.
Wie bekommt man die Fahrräder heil von
Deutschland nach Spanien? Das ist der schwierigste Teil der
Reisevorbereitungen. Wir nahmen die Fahrräder im Flugzeug mit. Wir
buchten die Flugtickets online im Internet und meldeten die Fahrräder mit
an. Die Fahrradmitnahme kostete 25 Euro pro Fahrrad und Flug extra. Ein
Fahrrad wurde auf dem Hinflug beschädigt. Im Vorderrad war eine dicke
Acht. Wahrscheinlich warf man einen Koffer auf das Rad. Es machte in
Madrid erhebliche Mühe, ein neues Vorderrad zu besorgen. Aber es gibt in
der Nähe vom Atocha-Bahnhof ein sehr gutes Fahrradgeschäft. Das hat alle
möglichen Ersatzteile.
Am Pilgerweg wachsen manchorts Orchideen, so wie hier unten abgebildet:
Nachdem wir den Schritt über den Nullmeter machten, brauchten wir noch
etwas Erholung von der Tour. Mit der Bahn fuhren wir zum Torre de Hercules nach La Coruna:
Falls ich bei Fragen zu dieser Reise behilflich sein kann: willi179@web.de
Und jetzt noch ein paar Fotos von der uralten Stadtmauer in
Lugo:
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